iBiS Einführung

Ausdrücke wie japanisch ins Wasser fließen lassen (Gebrauch in Konfliktsituationen) oder deutsch ein stilles Wasser sein (zur Charakterisierung einer zurückhaltenden, tiefsinnigen Person) sind Metaphern, die kulturell geprägte Denk- und Sprechweisen einer Sprachgemeinschaft charakterisieren. Metaphern bieten die Möglichkeit, Nicht-Sichtbares, also Gedachtes durch bildliche Darstellungen der sichtbaren Umwelt auszudrücken. iBiS veranschaulicht dies durch den Vergleich von Bild-Konzept-Paaren in den Sprachen Japanisch und Deutsch.

Die „Bildwelten“ orientieren sich an der „Vier-Elemente“-Gliederung (Wasser, Feuer, Erde, Luft), die in beiden Sprachen in vielfältiger Weise gebraucht werden, um Menschen in ihrem Umfeld, in ihren Beziehungen und Aktivitäten, den korrespondierenden „Denk- oder Konzeptwelten“ zu beschreiben. iBiS möchte zeigen, welche Gleichheiten, Ähnlichkeiten und Verschiedenheiten es gibt und auf Hintergründe verweisen, die für das Verständnis wichtig sind.

Die hier präsentierte zweisprachigen Kurzform ordnet das Beispielmaterial nach drei Stufen der Äquivalenz:

Volle Äquivalenz / Typ:

„wie ein Fisch im Wasser“

Teilweise Äquivalenz / Typ:

Jap: ein Kind an das Ufer des Flusses legen / dt: ein Kind an den Rand des Brunnens legen

Keine Äquivalenz / Typ:

jap: mitten im Fluss die Nonne berauben

oder

dt: Wasser hat keine Balken